Ausschreibung 1. Runde

Material

Hinweise für Antragsteller

Den offiziellen Ausschreibungstext mit den formalen Details zur Antragstellung finden Sie unten und auf den Seiten der DFG. Darüberhinaus beachten Sie bitte folgendes:

      1. Der gekürzte Antragstext zur Einrichtung des SPP beschreibt im Detail die thematische Ausrichtung und Motivation des Programms.
      2. Falls Sie an einer Antragstellung innerhalb des Programms interessiert sind ist es vorteilhaft, wenn Sie mich rechtzeitig (etwa Oktober) kontaktieren. Einerseits will ich Sie über organisatorische Dinge auf dem Laufenden halten. Andererseits können wir gemeinsam diskutieren, wie Ihr Projekt in das Programm passt.
      3. Ziel des SPP ist insbesondere die Vernetzung der Forschung auf dem Gebiet in Deutschland. Deshalb werden Gemeinschafts-Anträge besonders gerne gesehen: z.B. ein Gemeinschaftsantrag zwischen 2 Forschungsgruppen mit jeweils eher theoretischer und anwendungsorientierter Ausrichtung.
      4. Projektbeginn: Ich wurde angesprochen, ob der Beginn der Projektlaufzeit flexibel ist. Im Allgemeinen ist der 1.6.2011 als Beginn für alle Projekte des SPP geplant. Für das SPP ist es sinnvoll, wenn die meisten Anträge dies auch so planen. Insbesondere wenn nach 3 Jahren ein Folgeantrag gestellt werden soll ist es nicht vorteilhaft, wenn der erste Antrag verspätet gestartet war. Eine gewisse Flexibilität von einigen Monaten ist aber dennoch möglich.
      5. Lab Rotations:
        Innerhalb des SPP werden wir ein ‘lab rotation’ Programm beantragen und organisieren. Das bedeutet, dass Mitarbeiter (üblicherweise PhD Studenten) der einzelnen Projekte die Labore & Institute von anderen Teilnehmern des Programms besuchen können und sollen, wo es inhaltlich sinnvoll ist. Ich finde diese Idee hervorragend, um die Kooperationen innerhalb Deutschlands zu verbessern und bitte die Teilnehmer des SPP die Möglichkeit von lab rotations ebenfalls zu unterstützen. Die Finanzierung und Organisation wird das SPP zentral übernehmen — Sie müssen dafür also keine Mittel im Projektantrag veranschlagen. Bitte erwähnen Sie aber die Teilnahme an lab rotations im Abschnitt ‘Travel (Reisen)’ des Antrags (siehe Latex template unten).
      6. Gemeinschaftsanträge vs. Block-Anträge:
        Die DFG unterscheidet zwischen einem Gemeinschaftsantrag (ein normaler Forschungsantrag im Format 1.02, jedoch mit zwei (manchmal drei) PIs verschiedener Institute/Unis) und einem Block-Antrag (eine Sammlung von normalen Forschungsanträgen wie bei einer DFG Forschergruppe). Innerhalb des SPP sind Gemeinschaftsanträge sehr willkommen, die eine sinnvolle Kollaboration innerhalb Deutschlands darstellen. Block-Anträge sind im Prinzip zwar möglich, aber es stellt sich die Frage weshalb nochmals ein ‘Block’ innerhalb des SPP formiert wird. Statt Block-Anträgen würde ich empfehlen, dass sich Einzelanträge explizit aufeinander beziehen, insbesondere im Abschnitt 5.2 und (kurz) im Abschnitt 1. Falls Sie dennoch einen Block-Antrag innerhalb des SPP planen, kontaktieren Sie mich bitte nochmals.
      7. Challenges:
        Wie aus dem Programm-Text klar wird, zielt dieses SPP nicht auf eine gemeinsame Anwendung oder Demonstrationsplattform, sondern auf Grundlagenforschung. Dennoch kommt das Thema ‘Challenges’ und ‘Vergleich der Resultate’ zu Recht immer wieder auf. Der momentane Stand der Diskussionen zu diesem Thema ist folgender: Nach dem Vorbild der ‘Challenges’ im PASCAL network of excellence (http://www.pascal-network.org) können die Teilnehmer des SPP einzelne Challenges vorschlagen (evtl während der Symposien zur Diskussion stellen), die aus den Forschungsfragen und -projekten heraus motiviert sind. Der SPP hat die Möglichkeit, Gelder für die Unterstützung solcher Challenges von der DFG zu bekommen. Was genau die Modalitäten sein werden ist noch offen. Dies betrifft nicht direkt die Antragsstellung sondern eher eine spätere Phase des SPP.

Offizieller Ausschreibungstext

Ausschreibung der DFG

Ausschreibung Schwerpunktprogramm “Autonomes Lernen”

Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Einrichtung des Schwerpunktprogramms SPP 1527 „Autonomes Lernen“ beschlossen. Als Laufzeit sind zwei dreijährige Förderperioden vorgesehen.

Die Erforschung der Grundlagen des Lernens hatte in den letzten Jahrzehnten beachtliche Erfolge vorzuweisen. Die Methoden des Maschinellen Lernens und der statistischen Lerntheorie sind heute aus vielen technischen und naturwissenschaftlichen Anwendungen nicht mehr wegzudenken. In der Praxis sind diese Methoden jedoch in erheblichen Maße von einem menschlichen Experten abhängig, der die Trainingsbeispiele auswählt und die Daten in einer vorverarbeiteten Form repräsentiert, der entscheidet, welcher Lernalgorithmus mit welchen Parametern angewandt wird, und der schließlich die Struktur und die intern genutzten Repräsentationen des Systems festlegt. Dies widerspricht der Intention, dass die Fähigkeit zu Lernen ein System flexibler und autonomer machen sollte, und verdeutlicht die Kluft zwischen dem momentanen Stand des Maschinellen Lernens und dem Lernen in biologischen Systemen.

Das neue Schwerpunktprogramm zielt auf neue Forschungsansätze in Richtung autonom lernender Systeme. Kernaspekte und Ziele des autonomen Lernens sind:

      • die Unabhängigkeit des lernenden Systems von einem menschlichen Experten;
      • die autonome Exploration und die aktive Suche nach Information statt des Lernens aus vorgegebenen Datensätzen;
      • die autonome Formation geeigneter Repräsentationen.

Ausgangspunkte und Basismethoden für die Erforschung solcher Lernprozesse bieten die existierenden Methoden des Maschinellen Lernens, vor allem des Reinforcement-Lernens, und der autonomen Robotik. Darauf aufbauend muss aber der nächste Schritt in Richtung vollständiger Autonomie des Lernsystems gemacht werden. Der Fokus des Programms liegt auf der Entwicklung neuer Theorie und Methoden für das autonome Lernen.

Zentrale Themenbereiche, in denen Projekte gefördert werden, sind folgende:

      • Die autonome Entwicklung von Repräsentationen: Wie können lernende Systeme inkrementell immer abstraktere Ebenen der Repräsentation von Stimuli, Handlungen und Prozessen aufbauen?
      • Wie kann ein „Curriculum“ einer stufenweisen Entwicklung das Lernen entsprechender Abstraktionsebenen unterstützen?
      • Exploration und autonome Systeme: Wie können Systeme, statt von vorgegebenen Daten zu lernen, in der direkten Interaktion mit der Umwelt nach relevanten Daten suchen? Wie können existierende Methoden des Aktiven Lernens und der Exploration im Reinforcement-Lernen in komplexere Umwelten übertragen werden? Wie können hierarchische Handlungsstrukturen im Rahmen des Reinforcement-Lernens gelernt werden?
      • Theorie autonomer Systeme: Was sind neue mathematische Ansätze zur Analyse, Modellierung und Bewertung autonomer Lernprozesse? Wie kann Systemautonomie mathematisch formalisiert werden? Wie kann die Komplexität einer Umgebung gemessen und bewertet werden?

Weitere Themen sind die Kombination und Nutzung paralleler und verteilter Lernprozesse im Kontext autonomer Systeme und die Frage nach geeignetem Vorwissen, einem geeigneten Prior, für ein autonomes Lernen. Mehr Details zu Forschungsthemen und möglichen Anwendungs- und Demonstrationsfeldern finden sich im Antragstext unter:

autonomous-learning.org

Das Schwerpunktprogramm zielt auch auf eine bessere Vernetzung und Kooperation der beteiligten Forschungsgruppen in Deutschland. Anträge, die dem Rechnung tragen, finden besondere Beachtung. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der gleichen Webseite. Zur besseren Koordination kontaktieren Sie bitte während der Antragsplanung den Sprecher des Programms.

Projektbeginn soll der 1.6.2011 sein. Die Laufzeit der geplanten Projekte soll 36 Monate betragen und darf diesen Zeitraum nicht überschreiten.

Die vollständigen Anträge in englischer Sprache für die erste Förderperiode (36 Monate) sind in elektronischer Form auf CD-ROM und in zweifacher, ungebundener, gelochter Ausfertigung bis spätestens 3. Dezember 2010 unter dem Stichwort „SPP 1527“ bei der DFG einzureichen (Zusammenfassung und Mittelangaben bitte zusätzlich in deutscher Sprache). Ein weiteres Exemplar des Antrages ist in elektronischer Form direkt an den Koordinator des SPP zu senden.

Anforderungen zum inhaltlichen und formalen Aufbau des Antrages regelt das DFG-Merkblatt 1.02 „Merkblatt für Anträge auf Sachbeihilfen mit Leitfaden für Antragstellung“.

Die Begutachtung wird voraussichtlich im März/April 2011 stattfinden. Der genaue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Weiterführende Informationen

Weitere Details zum Thema finden Sie auf der Webseite des SPP unter:

* http://autonomous-learning.org

Das Merkblatt 1.02 zur Antragstellung unter:

* www.dfg.de/foerderung/formulare_merkblaetter

Koordinator des SPP und Ansprechpartner für inhaltliche Rückfragen:

      • Dr. Marc Toussaint
        Technische Universität Berlin
        Arbeitsgruppe Maschinelles Lernen und Robotik
        http://user.cs.tu-berlin.de/~mtoussai/

Ansprechpartner für fachliche Fragen der Antragstellung bei der DFG:

      • Dr.-Ing. Andreas Engelke
        Deutsche Forschungsgemeinschaft
        Kennedyallee 40, 53175 Bonn
        Tel. +49 228 885-2523, andreas.engelke@dfg.de

Ansprechpartnerin für formale Fragen der Antragstellung bei der DFG:

    • Frau Katrin Rump
      Deutsche Forschungsgemeinschaft
      Kennedyallee 40, 53175 Bonn
      Tel. +49 228 885-2540, katrin.rump@dfg.de